Lehrstunde in Herrenberg 

Spielbericht HSC Radolfzell gg. SG H2Ku Herrenberg (20:36)

Nach dem ersten Sieg am vergangenen Wochenende stand für uns nun die nächste Auswärtsaufgabe an. Mit der SG H2Ku Herrenberg wartete allerdings ein echtes Schwergewicht auf uns. Gegen den aktuellen Tabellendritten wollten wir an die Leistung der Vorwoche anknüpfen und möglichst etwas Zählbares mit nach Hause nehmen. 

Erfreuliche Nachrichten gab es immerhin schon vor dem Anpfiff: Nach seiner Verletzungspause kehrte Fynn Osann wieder in den Kader zurück und konnte uns damit wieder im Rückraum verstärken. Auch im Innenblock gab es Verstärkung. Knut Ahrendt, der sich bereits vor der Saison einen Innenbandriss zugezogen hatte, stand erstmals wieder voll zur Verfügung und sollte unserer Abwehr zusätzliche Stabilität geben. 

Pünktlich um 17:45 Uhr wurde die Partie angepfiffen und zunächst kamen wir auch ordentlich ins Spiel. Bis zur 10. Spielminute entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung. Durch ein hohes Tempo und schnelles Umschaltspiel gelang es uns, immer wieder gute Torchancen herauszuspielen. Zwar lagen wir knapp zurück, waren aber durchaus auf Augenhöhe und konnten das Spiel zunächst offen gestalten.

Doch leider folgte einmal mehr eine Phase, in der wir den Faden verloren. Rund um die 20. Spielminute schlichen sich zunehmend Fehler in unser Spiel ein. Vor allem freie Fehlwürfe und technische Fehler machten es uns schwer, den Anschluss zu halten. Herrenberg nutzte unsere Unsicherheiten konsequent aus und setzte sich innerhalb weniger Minuten auf sieben Tore ab. Was zuvor noch nach einer offenen Partie ausgesehen hatte, entwickelte sich dadurch schnell zu einer schwierigen Ausgangslage für uns.

Mit einem deutlichen Halbzeitstand von 17:10 für die Gastgeber ging es schließlich in die Kabine. Die Ansage unserer Trainer fiel entsprechend deutlich aus: Gegen eine spielerisch so starke Mannschaft würde es alles andere als einfach werden, diesen Rückstand noch einmal aufzuholen. Trotzdem war die Botschaft klar: Kopf hoch, nicht aufgeben und versuchen, in der zweiten Hälfte ein anderes Gesicht zu zeigen.

Leider konnten wir diese Vorgaben nach dem Seitenwechsel nur bedingt umsetzen. Zwar versuchten wir, mit neuer Energie zurück aufs Feld zu kommen, doch wirklich besser wurde unser Spiel zunächst nicht. Herrenberg spielte seine Qualität weiter aus und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Im Angriff fanden wir nur selten die richtigen Lösungen, ließen weiterhin zu viele freie Würfe liegen und machten es den Gastgebern damit immer wieder leicht, ins Tempospiel zu kommen. Gleichzeitig bekamen wir in der Abwehr über weite Strecken keinen richtigen Zugriff auf die gegnerischen Angreifer. Zu selten gelang es uns, die Herrenberger unter Druck zu setzen oder ihren Spielfluss entscheidend zu unterbrechen.

So mussten wir im Laufe der zweiten Halbzeit anerkennen, dass an diesem Tag zwischen beiden Mannschaften ein deutlicher Unterschied zu sehen war. Herrenberg präsentierte sich abgeklärt, spielstark und konsequent im Abschluss, während wir über die gesamte Spielzeit nicht an unsere Möglichkeiten herankamen.

Am Ende steht eine deutliche und auch in dieser Höhe verdiente 36:20-Niederlage. Sicherlich hatten wir uns nach dem Erfolg der Vorwoche mehr vorgenommen. Dennoch gilt es jetzt, das Spiel schnell abzuhaken, die Fehler ehrlich aufzuarbeiten und den Blick nach vorne zu richten. Denn viel Zeit zum Nachdenken bleibt uns ohnehin nicht. Mit dieser Partie starten wir direkt in unsere englische Woche. Bereits am Mittwoch sind wir auswärts in Spaichingen gefordert. Dort wollen wir eine deutliche Reaktion zeigen und es besser machen als im Hinspiel. Zum Abschluss der Woche steht am kommenden Samstag dann die nächste Auswärtsaufgabe bei der HSG Böblingen/Sindelfingen an.