
Manche Spiele stehen nicht nur für sich, sondern markieren einen kleinen Übergang in einer Saison. Das Heimspiel gegen den TV Pfullendorf war genauso eines. Die Aufgaben der letzten Wochen wollten erledigt werden – bevor nun jene Partien anstehen, in denen es kaum noch Verschnaufpausen geben wird. Direkte Duelle, schwere Auswärtsfahrten und Begegnungen, die am Ende richtungsweisend für den weiteren Saisonverlauf sein können. Mit diesem Wissen gingen wir in die Partie. Pfullendorf reiste als Mannschaft an, die wenig zu verlieren hatte. Der Druck lag also eher auf unserer Seite. Entsprechend konzentriert wollten wir von Beginn an auftreten und das Spiel früh in die richtige Richtung lenken.
Die Gäste erwischten zunächst den etwas besseren Start und gingen früh mit 2:3 in Führung. Doch dieser Moment blieb einer der wenigen, in denen Pfullendorf an diesem Abend vorne lag. Nach den ersten Minuten fanden wir zunehmend besser in die Partie. Jörg kam im Tor immer besser ins Spiel und gab uns mit einigen wichtigen Paraden die nötige Sicherheit. Diese Stabilität übertrug sich auch auf das Spiel vor ihm. Mit wachsender Ruhe in der Defensive fanden auch unsere Angriffe ihren Rhythmus. Tim setzte erste Akzente von außen, Emil Franz ging immer wieder entschlossen in die Tiefe und nutzte die Räume, die sich im Angriffsspiel öffneten. Schritt für Schritt gewannen wir die Kontrolle über das Spiel.
Aus einem zunächst offenen Beginn entwickelte sich so eine Phase, in der wir das Spielgeschehen immer deutlicher bestimmten. Über 6:3 und 12:4 bauten wir unseren Vorsprung kontinuierlich aus. Unsere Abwehr arbeitete nun deutlich wacher, verschob konsequenter und zwang Pfullendorf immer häufigen zu schwierigen Abschlüssen. Gleichzeitig spielten wir unsere Ballgewinne vorne ruhig aus und fanden immer wieder gute Lösungen im Angriff. Mit zunehmender Spielzeit wurde der Unterschied deutlicher. Treffer von Tim, Emil Franz, Ole und Knut sorgten dafür, dass sich das Spiel immer klarer in unsere Richtung entwickelte. Als sich die erste Halbzeit ihrem Ende näherte, hatten wir die Partie fest im Griff. Beim Stand von 20:11 gingen wir schließlich in die Kabine – ein Vorsprung, der den Verlauf der ersten Hälfte klar widerspiegelte.
Nach dem Seitenwechsel wollten wir genau dort weitermachen, wo wir zuvor aufgehört hatten. Gleichzeitig wechselten wir im Tor. Ich ging zur zweiten Halbzeit zwischen die Pfosten und konnte ebenfalls einige Würfe vereiteln, wodurch wir unseren Vorsprung weiter stabilisieren konnten. Pfullendorf versuchte zwar, noch einmal Druck aufzubauen, doch wir ließen uns davon nicht aus der Ruhe bringen. Unsere Abwehr arbeitete weiterhin aufmerksam, während wir im Angriff geduldig blieben und auf unsere Chancen warteten. Emil Franz blieb dabei ein ständiger Unruheherd, während Florian Schulze und Fynn immer wieder wichtige Treffer nachlegten. Auch vom Siebenmeterpunkt zeigte Martin Denecke sichere Nerven.
So blieb der Abstand über die gesamte zweite Halbzeit hinweg konstant. Über Zwischenstände wie 25:15 und 31:20 behielten wir die Kontrolle über das Spiel und ließen keine ernsthafte Aufholjagd der Gäste mehr zu. Immer dann, wenn Pfullendorf versuchte, noch einmal einen Impuls zu setzen, fanden wir die passende Antwort. Als sich die Partie schließlich ihrem Ende näherte, war längst klar, dass die Punkte an diesem Abend in Radolfzell bleiben würden. Mit dem Schlusspfiff stand schließlich ein 40:28 auf der Anzeigetafel. Ein Ergebnis, das vor allem aus einer stabilen Defensive, geduldig ausgespielten Angriffen und einer geschlossenen Mannschaftsleistung entstanden war.
Besonders bemerkenswert: Alle Feldspieler konnten sich an diesem Abend in die Torschützenliste eintragen, was einmal mehr für die geschlossene Teamleistung spricht, mit der wir dieses Spiel gestaltet haben. Unser Dank gilt dem TV Pfullendorf für ein faires Spiel sowie den vielen Fans, die an diesem Abend den Weg in die Mettnauhalle gefunden und uns lautstark unterstützt haben.
Lange Zeit, diesen Abend zu genießen, bleibt allerdings nicht. Der Blick richtet sich bereits wieder nach vorne, denn schon am kommenden Samstag wartet der nächste große Prüfstein auf uns. Partien wie diese prägen eine Saison. Sie zeigen, ob eine Mannschaft bereit ist, den nächsten Schritt zu gehen. Primetime in der Mettnauhalle: 20 Uhr gegen den TV Weilstetten II. Es ist ein echtes Vier-Punkte-Spiel. Mit einem Sieg könnten wir einen wichtigen Schritt in Richtung Aufstieg machen. Eine Niederlage dagegen, würde unsere Ausgangslage im Aufstiegsrennen deutlich verschlechtern. Gerade in dieser Phase der Saison bekommen solche Begegnungen besonderes Gewicht.
Dass uns dabei eine schwere Aufgabe erwartet, hat bereits das Hinspiel gezeigt. Damals entwickelte sich eine Partie auf Messers Schneide, die über lange Zeit völlig offen war und erst kurz vor Schluss auf Weilstetter Seite kippte. Die Oberligareserve hat dort eindrucksvoll gezeigt, wozu sie in der Lage ist und wie konsequent sie kleine Fehler bestrafen kann. Umso wichtiger wird es sein, von Beginn an mit der gleichen Konzentration und Geschlossenheit aufzutreten. In solchen Spielen entscheiden oft Kleinigkeiten: ein Ballgewinn, eine Parade oder ein Moment, in dem die Halle hinter der Mannschaft steht. Genau deshalb hoffen wir am Samstag wieder auf eine volle Mettnauhalle. Wenn die Halle mitgeht, wenn jede Aktion getragen wird und die Energie von den Rängen auf das Spielfeld überspringt, kann sie für uns zu einem echten Faktor werden.
20 Uhr. Mettnauhalle. Topspiel. Kommt in die Halle und treibt uns an.

