
So langsam bekommen wir zu spüren, dass in der Verbandsliga ein anderer Wind weht. Nach unserem historischen Durchmarsch in der vergangenen Saison hatten wir uns den Start in dieses neue Abenteuer natürlich etwas anders vorgestellt. Doch während wir vor wenigen Monaten noch einen Erfolg nach dem anderen feiern durften, merken wir inzwischen deutlich, dass uns in der neuen Liga Woche für Woche ganz andere Herausforderungen erwarten. Auch am vergangenen Samstag blieb die erhoffte Belohnung aus. Vor 150 Zuschauern in unserer Unterseehalle mussten wir uns der Spvgg Mössingen mit 24:31 geschlagen geben. Eine Niederlage, die besonders deshalb schmerzt, weil wir uns über weite Strecken des Spiels selbst im Weg standen. Dabei war die Marschroute eigentlich klar. Nach der deutlichen Heimniederlage gegen Spaichingen wollten wir vor heimischer Kulisse eine Reaktion zeigen und endlich beweisen, dass wir auch in dieser Liga bestehen können. Doch der Start verlief alles andere als planmäßig. Während Mössingen von Beginn an konzentriert zu Werke ging, fanden wir offensiv nur schwer in die Partie. Nach gut neun Minuten lagen wir bereits mit 2:6 zurück, sodass früh die erste Auszeit notwendig wurde. Zu viele ungenutzte Möglichkeiten im Angriff und fehlender Zugriff in der Defensive machten es den Gästen leicht, sich einen ersten Vorsprung zu erarbeiten.
Immerhin zeigte die Auszeit zunächst Wirkung. Wir fanden besser in unser Spiel, arbeiteten uns Tor um Tor heran und konnten den Rückstand zwischenzeitlich deutlich verkürzen. Ole, Emil und Maxime sorgten dafür, dass wir nach gut 17 Minuten beim 7:8 plötzlich wieder auf Schlagdistanz waren. Die Partie schien wieder völlig offen, und für einen kurzen Moment keimte die Hoffnung auf, dass wir das Spiel nun endgültig in unsere Richtung drehen könnten. Doch ausgerechnet in dieser Phase verloren wir erneut den Faden. Mössingen nutzte unsere Fehler konsequent aus und zog innerhalb weniger Minuten wieder davon. Aus dem knappen 8:9 wurde ein 9:14, wenig später sogar ein 9:17. Während die Gäste ihre Angriffe geduldig ausspielten und immer wieder Lösungen fanden, fehlte uns vorne die nötige Durchschlagskraft. Mit einem ernüchternden 11:19 ging es schließlich in die Kabine.
Acht Tore Rückstand zur Halbzeit. Eine schwere Hypothek, zumal wir uns diesen Rückstand zu einem großen Teil selbst eingebrockt hatten. Trotzdem war klar, dass wir uns vor unseren Zuschauern nicht einfach ergeben wollten. Schließlich haben uns die vergangenen Jahre oft genug gezeigt, dass im Handball auch scheinbar aussichtslose Situationen noch einmal eine völlig andere Wendung nehmen können. Doch an diesem Abend sollte es anders kommen. Zwar gelang es uns nach dem Seitenwechsel, offensiv etwas mehr Akzente zu setzen, wirklich näher kamen wir den Gästen allerdings nicht. Emil und Maxime übernahmen immer wieder Verantwortung und versuchten, unser Angriffsspiel anzukurbeln, doch Mössingen hatte auf nahezu jeden unserer Treffer die passende Antwort. Über 15:22 und 15:25 blieb der Abstand deutlich, sodass spätestens Mitte der zweiten Halbzeit klar wurde, dass es an diesem Abend verdammt schwer werden würde, noch einmal zurückzukommen.
Was uns allerdings auch an diesem Samstag niemand absprechen konnte, war der Wille, bis zum Ende dagegenzuhalten. Selbst als die Partie längst in Richtung der Gäste gekippt war, versuchten wir weiterhin, Lösungen zu finden und das Ergebnis zumindest etwas freundlicher zu gestalten. Besonders Maxime und Emil stemmten sich mit ihren Treffern gegen die drohende Niederlage. Auch Noah und Martin konnten sich in der Schlussphase noch in die Torschützenliste eintragen. Am Ende gelang es uns immerhin, den zwischenzeitlich auf zehn Tore angewachsenen Rückstand wieder etwas zu verkürzen. Mit dem letzten Treffer des Abends stellte Maxime schließlich den 24:31-Endstand her.
Ein Blick auf die Torschützenliste zeigt dabei, auf welchen Schultern unser Angriffsspiel an diesem Abend hauptsächlich lastete. Maxime war mit acht Treffern unser erfolgreichster Werfer, dicht gefolgt von Emil mit sieben Treffern. Gemeinsam erzielten die beiden damit mehr als die Hälfte unserer Treffer. Auf Seiten der Gäste war vor allem Jona Göhner mit ebenfalls acht Toren erfolgreich. Nach 60 Minuten blieb damit erneut die Erkenntnis bestehen, dass wir uns auf diesem Niveau deutlich weniger Fehler erlauben dürfen. Gerade die Phase nach unserem zwischenzeitlichen 7:8-Anschluss zeigte, wie schnell ein eigentlich offenes Spiel aus den Händen gleiten kann. Mössingen war an diesem Abend schlicht die abgeklärtere Mannschaft und nutzte unsere Schwächen konsequent aus. Das müssen wir anerkennen, ohne dabei die eigenen Ansprüche aus den Augen zu verlieren.
Natürlich ist die Enttäuschung nach einer weiteren Heimniederlage groß. Wir alle wissen, dass deutlich mehr in dieser Mannschaft steckt, als wir momentan auf die Platte bringen. Gleichzeitig dürfen wir aber auch nicht vergessen, woher wir kommen. Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir noch in der Bezirksoberliga gespielt. Heute messen wir uns mit Mannschaften, die uns Woche für Woche alles abverlangen. Dass dieser Weg nicht ausschließlich aus Siegen und Erfolgserlebnissen bestehen würde, war uns von Anfang an bewusst.
Jetzt geht es darum, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Wir müssen wieder mehr Sicherheit in unser Spiel bekommen, unsere Fehler reduzieren und vor allem als Mannschaft geschlossen bleiben. Denn genau dieser Zusammenhalt war es, der uns in den vergangenen Jahren so weit gebracht hat. Und genau auf ihn wird es ankommen, wenn die Ergebnisse nicht so ausfallen, wie wir uns das vorstellen.
Ein großes Dankeschön geht wie immer an unsere Fans, die uns auch an diesem Samstag wieder in der Unterseehalle unterstützt haben. Ebenso bedanken wir uns bei der Spvgg Mössingen für das faire Spiel und wünschen euch für den weiteren Saisonverlauf alles Gute und eine verletzungsfreie Runde. Für uns heißt es jetzt, den Blick wieder nach vorne zu richten. Die Verbandsliga stellt uns momentan vor einige Herausforderungen, aber wir sind nicht so weit gekommen, um beim ersten Gegenwind den Kopf hängen zu lassen. Bereits am kommenden Samstag wartet die nächste Herausforderung auf uns. Um 20:00 Uhr sind wir auswärts bei der HSG Mimmenhausen/Mühlhofen gefordert und wollen dort endlich wieder zeigen, was wirklich in uns steckt. Dafür brauchen wir auch diesmal eure Unterstützung! Also macht euch mit uns auf den Weg und helft uns dabei, die ersten zwei Punkte nach Radolfzell zu holen!

