Von wegen Augenhöhe – eine klare Antwort aus Radolfzell !


 
Im Vorfeld war in der Schwäbischen Zeitung von einem Spiel auf Augenhöhe die Rede gewesen. Tabellenplatz hin oder her, auf der Platte müsse sich erst zeigen, wer an diesem Abend 
die besseren Antworten findet. Eine Einschätzung, die durchaus ihre Berechtigung hatte, blickte man auf das Hinspiel, in dem der TV Aixheim uns überraschend einen Punkt abluchsen konnte. 
 
Und tatsächlich begann dieser Abend zunächst ganz im Sinne dieser Erwartung – nur, dass die Vorteile zunächst auf Seiten der Gäste lagen. Aixheim spielte mutig, suchte früh den Weg nach vorne und nutzte unsere Unsicherheiten konsequent aus. Während wir noch nach unserem Rhythmus suchten, fanden sie ihre Lösungen. Nach 17 Minuten lagen wir mit fünf Toren zurück (9:14). Ein Rückstand, der sich nicht durch eine einzelne Aktion erklären ließ, sondern durch viele kleine Momente, in denen wir zu spät Zugriff bekamen und dem Spiel hinterherliefen. Und dennoch blieb die Ruhe. Ich fühlte mich an diesem Abend von Beginn an präsent, konnte mehrere Würfe vereiteln und so dazu beitragen, dass wir wieder Stabilität fanden. Diese Paraden gaben uns die Möglichkeit, das Spiel neu zu ordnen. Gleichzeitig arbeitete unsere Abwehr nun aufmerksamer, verschob konsequenter und zwang Aixheim zunehmend zu schwierigeren Abschlüssen. Schritt für Schritt fanden wir zurück in die Partie.
 
Auch von außen kamen neue Impulse. Mit Michael „Michi“ Windl, der das Trainerteam bis zum Saisonende unterstützt und in diesem Spiel erstmals an der Seitenlinie stand, kam zusätzliche Klarheit in unsere Aktionen. Mit ruhigen, präzisen Ansagen half er, den Fokus zu schärfen und die Linie wiederzufinden. Bis zur Pause war es uns gelungen, das Spiel nicht nur zu stabilisieren, sondern zu drehen. Beim Stand von 16:15 gingen wir in die Kabine – mit der Führung und dem Gefühl, wieder die Kontrolle zu haben. Mit dieser Selbstsicherheit gingen wir auch in die zweite Hälfte.
 
Doch das Spiel stellte uns noch einmal auf die Probe. Trotz doppelter Überzahl waren es zunächst die Gäste, die trafen. Zwei schnelle Gegentore zum 16:17 erinnerten uns daran, dass dieses Spiel nicht von allein entschieden werden würde. Es war ein kurzer Moment der Unsicherheit und gleichzeitig der Punkt, an dem wir die endgültige Antwort fanden.
Unsere Defensive gewann nun spürbar an Stabilität. Mit der Einwechslung von Emil Padberg kam zusätzliche Ordnung in unser Abwehrspiel. Die Abstimmung wurde klarer, die Wege kürzer, der Zugriff konsequenter. Diese Stabilität übertrug sich auch auf unser Offensivspiel. Tim übernahm Verantwortung und glänzte vor allem von außen mit großer Sicherheit. Als die Räume enger wurden, setzte er zusätzlich aus dem Rückraum wichtige Impulse und traf genau in den Momenten, in denen sich das Spiel endgültig zu unseren Gunsten entwickelte. Gleichzeitig blieb Emil Franz offensiv durch seine Tiefe und seine Entschlossenheit ein entscheidender Faktor, indem er immer wieder die Lücken fand und nutzte.
 
Aus einem offenen Spiel wurde so Schritt für Schritt eine Partie, die wir bestimmten. Die Abwehr stand kompakt, die Entscheidungen wurden klarer und unser Spiel gewann zunehmend an Struktur. Aixheim kämpfte weiter, doch wir ließen uns die Kontrolle nicht mehr nehmen. Am Ende stand ein 36:28 auf der Anzeigetafel. Ein Ergebnis, das nicht selbstverständlich war, sondern aus einer Mannschaft entstand, die sich aus einem frühen Rückstand zurückarbeitete und das Spiel mit Geduld und Klarheit für sich entschied.
 
Und so blieb von der im Vorfeld erwarteten Begegnung auf Augenhöhe am Ende wenig übrig. Nicht, weil Aixheim nicht dagegenhielt, sondern weil wir nach schwierigen Anfangsminuten die Kontrolle übernahmen und dem Spiel unsere Richtung gaben. Der Versuch, die rote Laterne an den Tabellennachbarn aus Pfullendorf weiterzureichen und damit den Schritt aus dem Tabellenkeller zu machen, scheiterte an diesem Abend deutlich. Nach der frühen Führung gelang es uns, das Spiel zu stabilisieren, zu drehen und anschließend konsequent zu kontrollieren und ließ keinen Zweifel mehr daran, wohin die Punkte gehören.
 
Unser Dank gilt dem TV Aixheim für ein faires Spiel sowie den vielen Fans, die uns an diesem Abend unterstützt haben. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt jedoch nicht. Schon am Sonntag steht die nächste Aufgabe bevor, wenn der TV Pfullendorf die Reise an den Untersee antritt. Anwurf ist um 18 Uhr in der Mettnauhalle. Wir freuen uns auf eure Unterstützung und zählen auf euch, wenn es darum geht, die nächsten wichtigen Punkte in Radolfzell zu behalten