Gemeinsam zum Sieg – jetzt wartet der Showdown in Schramberg


Manche Spiele beginnen nicht mit dem Anpfiff. Sie beginnen schon vorher. Mit dem ersten Blick auf die Tribüne, mit den Stimmen in der Halle, mit diesem Gefühl, dass heute mehr drin ist als nur 60 Minuten Handball. Der Sonntagabend in der Mettnauhalle war genau so einer. Schon beim Einlaufen war spürbar, dass dieser Abend anders werden würde. Die Halle war gut gefüllt. Viele bekannte Gesichter auf den Rängen. Familien, Freunde und mittendrin auch neun Jungs vom SV Leonberg, die für dieses Spiel zwei Stunden Anfahrt auf sich genommen hatten. Und sie waren nicht einfach nur da. Über die gesamten 60 Minuten machten sie unermüdlich Stimmung, waren laut, präsent und wurden schnell Teil dieser besonderen Atmosphäre, die die Mettnauhalle an diesem Abend ausstrahlte. 

Diese Energie war von Beginn an spürbar und sollte uns durch dieses Spiel begleiten. Die Partie begann intensiv. Schwenningen hielt dagegen, fand immer wieder Lösungen und ließ uns zunächst kaum zur Ruhe kommen. Es war kein Spiel, das sich früh in eine klare Richtung entwickelte. Immer wieder gab es Phasen, in denen wir uns schwer taten, unseren Rhythmus zu finden. Doch wir blieben bei uns. Ohne Hektik, ohne uns treiben zu lassen. Auch wenn nicht jede Aktion perfekt lief und sich Fehler einschlichen, blieb die Mannschaft geschlossen.
Es war kein Spiel, das durch einzelne Glanzmomente entschieden wurde, sondern durch die Art und Weise, wie wir gemeinsam auftraten. 

Mit der Zeit entstand daraus Kontrolle. Im Angriff übernahmen wir zunehmend Verantwortung. Emil war es, der immer wieder voranging, der Tiefe ins Spiel brachte und Lösungen fand, wenn es eng wurde. Mit seinen Treffern gab er uns Struktur und Sicherheit und war maßgeblich daran beteiligt, dass wir uns im Spiel festsetzen konnten. Auch im Tor entwickelte sich ein Abend mit vielen Facetten. Immer wieder gelang es mir, freie Würfe zu entschärfen und der Mannschaft in wichtigen Momenten den nötigen Rückhalt zu geben. Gleichzeitig gab es aber auch Situationen, in denen ich mir einfache Gegentreffer einfing, die man eigentlich vermeiden möchte. Es war kein makelloses Spiel, sondern eines mit Höhen und Tiefen – vielleicht genau deshalb so sinnbildlich für diesen Abend.

Denn entscheidend war nicht, dass alles funktionierte, sondern dass wir zusammenblieben. Auch dann, wenn Schwenningen wieder herankam. Auch dann, wenn das Spiel kurz zu kippen drohte. Wir ließen uns nicht aus der Ruhe bringen, fanden immer wieder Antworten und arbeiteten uns zurück in die Kontrolle. Mit zunehmender Spielzeit wurde spürbar, dass wir bereit waren, diesen Abend für uns zu entscheiden. Sebastian, Fynn, Ole und Maxime warenes, die mit ihren Treffern immer wieder die richtigen Impulse setzten und dafür sorgten, dass wir uns Stück für Stück absetzen konnten. Dabei agierte unser Angriff über weite Strecken erstaunlich klar. Fehler blieben selten, Entscheidungen wurden konsequent zu Ende gespielt.
Es war genau diese Ruhe im Abschluss, die uns den nötigen Abstand verschaffte und das Ergebnis am Ende deutlicher wirken ließ, als es sich über weite Phasen angefühlt hatte.

Am Ende stand ein 43:34 auf der Anzeigetafel. Ein Ergebnis, das Klarheit ausstrahlt, auch wenn der Weg dorthin ein anderer war. Und doch blieb von diesem Abend mehr als nur das Ergebnis.

Mitten im Spiel musste Jannis nach einer unglücklichen Aktion vom Feld. Die Diagnose: ein gebrochener Finger. Ein Moment, der alles andere kurz in den Hintergrund rücken ließ. Doch noch schwerer wiegt die Erkenntnis danach: Für ihn ist die Saison an diesem Punkt beendet. Zu kurz ist die verbleibende Zeit, zu lang die Heilung. Wir wünschen ihm auf diesem Weg eine schnelle und vollständige Genesung.

Unser Dank gilt der HSG Schwenningen für eine intensive und faire Partie – und vor allem unseren Fans, die diesen Abend getragen haben. Die uns über 60 Minuten nach vorne geschoben haben, die laut waren, präsent und genau dann da, wenn es nicht einfach war. Vielleicht sind es genau diese Spiele, die einem zeigen, was Handball wirklich ist. Nicht nur ein Ergebnis. Sondern etwas, das man gemeinsam erlebt.

Doch lange Zeit, diesen Abend wirken zu lassen, bleibt nicht. Am kommenden Wochenende wartet das nächste große Spiel. Auswärts in Schramberg, Samstag, 20:00 Uhr. Dritter gegen Fünfter. Oder anders gesagt: ein echtes Do-or-Die-Spiel. Die Ausgangslage ist für beide Teams klar. Mit einer Niederlage wird man sich aus dem engen Rennen um den Aufstieg verabschieden müssen. Es ist eines dieser Spiele, die mehr sind als nur zwei Punkte sind. Spiele, die eine Saison in eine Richtung lenken. Ein Abend, auf den man die ganze Zeit hinarbeitet. 60 Minuten, die entscheiden können, was am Ende bleibt. 60 Minuten, in denen jeder Ball, jede Parade, jeder Schritt zählt. 60 Minuten, in denen alles auf dem Spiel steht.
Und genau für solche Momente spielt man Handball.

Deshalb brauchen wir euch.
Kommt mit nach Schramberg.
Seid laut.
Seid da.
Und macht dieses Spiel zu unserem!