HSC Radolfzell startet mit einer 27:31-Niederlage in die Verbandsliga Am Samstagabend um 20:30 Uhr war es für uns endlich so weit: Nach einer langen, schweißtreibenden und intensiven Vorbereitung stiegen wir voller Vorfreude und Motivation in den Bus, um unser erstes Verbandsliga-Spiel bei der TG Schömberg zu bestreiten. Wir waren richtig heiß darauf, uns endlich auf diesem neuen Niveau zu beweisen und gleich mit einem Sieg zu starten.
Doch vor Anpfiff mussten wir einen ersten bitteren Rückschlag verkraften: Matteo und Knut fallen verletzungsbedingt für die nächsten Wochen aus und fehlen uns damit in den kommenden Partien. Hinzu kommt, dass sich ausgerechnet zwei unserer drei Torhüter zum Saisonstart in den wohlverdienten Urlaub verabschiedeten – ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt. Ausreden wollten wir uns aber nicht erlauben. Nein, wir hatten Bock auf diese Aufgabe und wollten zeigen, dass wir in der Verbandsliga bestehen können! Der Gastgeber Schömberg hingegen startete trotz sieben Abgängen und nur drei Neuzugängen mit einer eingespielten Mannschaft in die Saison. Von Beginn an zeigte das Team eindrucksvoll, warum es längst in der Verbandsliga etabliert ist und als erfahrener Gegner gilt.
Die Anfangsphase gehörte klar den Gastgebern. Zwar erzielte Ole Osann per 7-Meter den ersten Treffer der Partie und brachte uns früh in Führung, doch Schömberg baute seinen Vorsprung danach schnell und konsequent aus. Wir spielten in dieser Phase deutlich unter unserem Niveau: Zu viele Fehlwürfe, zu viele vermeidbare technische Fehler – das war alles andere als der Handball, den wir zeigen wollten. Es mangelte uns an der nötigen Präzision und Ruhe im Spiel. Während wir offensiv gute Chancen vergaben und defensiv keinen wirklichen Zugriff auf die gegnerischen Spieler hatten, nutzte Schömberg seine Routine und Abgeklärtheit konsequent aus. Über die Zwischenstände 2:1, 7:4 und 12:5 bauten die Gastgeber ihren Vorsprung kontinuierlich aus und kontrollierten das Spielgeschehen immer besser. Mit jedem Tor wuchs die Sicherheit bei Schömberg, womit sie uns schließlich mit einem deutlichen Rückstand von 16:10 in die Halbzeitpause schickten. Das waren 30 Minuten, in denen offensiv schlicht zu wenig zusammenpasste. Hier war definitiv mehr für uns drin gewesen. Viel mehr sogar.
Nach der Pause präsentierten wir uns jedoch als eine völlig andere Mannschaft. Mit neuer Energie, neuem Kampfgeist und klarer Zielsetzung kamen wir aufs Feld – mit dem festen Willen, alles zu geben bis zum Schlusspfiff! Wir legten eine gehörige Schippe Aggressivität und Leidenschaft drauf, machten die Räume eng und schlossen vorne endlich konsequent und zielstrebig ab. Tor für Tor kämpften wir uns heran, zwangen Schömberg zu Fehlern und schraubten den Spielstand nach rund 40 Minuten beeindruckend auf 20:17 herunter. Das Momentum war gekippt – wir spürten es in jeder Aktion, in jeder Bewegung: Hier geht noch was! Auch unsere mitgereisten Fans kamen jetzt wieder voll in Fahrt und unterstützten uns lautstark. Die Energie war plötzlich auf unserer Seite.
Coach Felix Radon beschreibt diese Phase treffend: „In der zweiten Halbzeit haben wir eine gute Reaktion gezeigt. Wir hätten das Spiel an zwei, drei Punkten noch drehen können.“ Und genau das spürte man – wir waren dicht dran, sehr dicht dran sogar. Schömberg bewies allerdings in dieser Phase seine Erfahrung und Abgeklärtheit und schaffte es, den Vorsprung zwischenzeitlich wieder etwas auszubauen. Doch Aufgeben war für uns an diesem Abend überhaupt keine Option. In einer wirklich packenden Schlussphase warfen wir noch einmal alles in die Waagschale, was der Tank hergab – jeder gab sein Bestes. Wir verkürzten auf 27:24, blieben bei 27:25 und danach bei 28:25 in absoluter Schlagdistanz und ließen keinen Moment nach. Die Spannung war zum Greifen nah. Leider gelang es uns jedoch nicht, das Spiel auch auf der Anzeigetafel auszugleichen. Unglückliche Situationen und unnötige Fehlwürfe in entscheidenden Momenten verhinderten eine engere Schlussphase. Schömberg setzte mit dem 31:27 schließlich den Schlusspunkt unter einer hart umkämpften Partie.
„Zum Auftakt in Schömberg war sicherlich mehr drin. Die erste Halbzeit war mit zu vielen technischen Fehlern und verpassten Chancen einfach nicht gut genug. Wir haben deutlich mehr Potenzial – schade, dass wir nicht mehr geholt haben“, zieht Trainer Felix Radon ein ehrliches Fazit. Die Enttäuschung über die verpassten Punkte sitzt natürlich tief, doch die starke zweite Halbzeit zeigt genau, wohin die Reise für uns gehen kann. Wenn wir es schaffen, die Fehler aus der ersten Hälfte abzustellen und den Kampfgeist sowie die Konzentration der zweiten 30 Minuten über die vollen 60 Minuten auf die Platte zu bringen, werden wir in der Verbandsliga definitiv noch unsere Punkte einfahren und zeigen, dass wir auf diesem Niveau bestehen können.
Ein großes Dankeschön geht an alle mitgereisten Fans für die großartige und lautstarke Unterstützung – ihr habt uns bis zum Schluss getragen! Unser Coach blickt bereits nach vorne und ist zuversichtlich: „Gute Reaktion in der zweiten Halbzeit. Gegen Spaichingen werden wir es besser machen – von Anfang an.“
Torschützen HSC Radolfzell: Martin Denecke (3), Tim Dzialoszynski (3), Emil Franz (3), Ole Osann (3), Yannik Franz (3), Maxime Weh (1), Fynn Osann (5), Sebastian Hecht (4), Emil Padberg (2)

